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Geschichte vom Kaspershäusle in St. Maergen

Das Kaspershäusle wurde 1716 von Kasper Fehrenbach erbaut. Kasper Fehrenbach war 6. Sohn des Königenhofbauers Hans Fehrenbach. Der Königenhof im Wagnerstal wurde am 24. Februar 1844 von einer Lawine zerstört. Es kamen bei diesem Unglück 17 Personen ums Leben. Hans Fehrenbach betrieb die aktive, private Besiedlung des Wagnerstal. Allein sieben seiner Kinder haben sich im Wagnerstal niedergelassen Unter anderem "Casper Ferenbach". Kasper Fehrenbach, geb. 20.09.1671, gest. 25.09.1735 heiratete am 18.10.1702 Margarete Hug, Vogtstochter von Wildgutach. Er gründete 1707 durch Rodung "im Knöbelwald" an der Bannscheide zum Wagnerstal das nach ihm benannte Kaspel-Gütle, wo er 1716 sein Haus baute. Im Bug auf der Westseite ist nachfolgender Text vom Zimmermann eingeschlagen worden: " CASPER FERENBACH HAT DAS HAUS BAUEN LASSEN MARCTCRET HIDEMARI HERMAN SPANMAISTER 1716".

Der Königenhof im hinteren Wagnerstal, eineinhalb Stunden von Neukirch entfernt, stand an der Winterseite vor einer steilen Bergwand. Das Bauernhaus mit Scheuer und Stallung war sehr groß, ganz von Holz erbaut und ziemlich alt. Einfahrt und Scheuer lagen an der Seite des Steinbergs, dem höchsten Berg im damaligen Amtsbezirk Triberg. 32 Schritte talaufwärts befand sich das zweiteilige Haus des Uhrengestellmachers Philipp Beha und des Dachdeckers Johann Löffler und ebenso weit entfernt auf der gegenüberliegenden Seite des Talbaches das Haus der Witwe Blasius Faller. Die folgende Schilderung stützt sich im wesentlichen auf das Protokoll des Bezirksamtes Triberg. Im Hofgebäude wohnten damals die Familie Martin Tritschler mit elf der zwölf Kinder und Schwiegermutter und im hinteren Teil des Gebäudes der Gehausmann Hilar Winterhalter mit seiner Frau und vier Kindern sowie dessen Schwägerin mit einem Kind, zusammen also 22 Personen. Der Königenbauer Martin Tritschler hatte nur geringe Schulden. Im Februar 1844 lag an der steilen, kahlgehauenen Halde der Schnee, wie sachkundige Leute versicherten, 6 bis 14 Fuß hoch, je nach dem, wie ihn der Wind zusammengeweht hatte. Am Samstag, den 24. Februar 1844, trat ein Wettersturz ein, es regnete den ganzen Tag in die hohen Schneemassen. Abends um 6 Uhr riß eine „Schneeschalte“hinter dem Haus ( Westseite ) den Immenstand fort. Die „Weibsleite“ äußerten daher die Besorgnis wegen des Hauses, aber die Männer sagten, daß der Schnee dem großen Gebäude nichts antun könne.

Bild Königenhof nach Lawinenunglück in St. Märgen

Das Lawinenunglück am Königenhof

In der Höfechronik der Gemeinde Neukirch wurde das Lawinenunglück und die Zerstörung des Königenhofs wie folgt beschrieben:

"Der Untergang des Königenhofs"

Quelle: "Aus der Geschichte von Neukirch, Höfechronik einer Schwarzwaldgemeinde" Herausgegeben von der Gemeinde Neukirch, 1968.

Bild Kaspershäusle um 1915 in St. Märgen Glashütte unweit vom Titisee

Im Nachbarhaus arbeiteten die beiden Söhne Blasius und Philipp Beha bis gegen 9 Uhr abends und kamen dann in das Hofgebäude, um mit dem Bauern seinen Söhnen Lorenz und Thomas und dem Gehausmann Hilari aus Kurzweil Karten zu spielen, wie es öfters geschehen ist. Um die gleiche Zeit begaben sich die übrigen Hausbewohner zur Ruhe.

Wie die überlebenden Töchter später aussagten, wurden sie nachts, etwa gegen 11 Uhr, durch ein fürchterliches Krachen aufgeweckt. Von der Bergseite her hatte eine breite Schneelawine das ganze Gebäude aus dem Fundament geschoben, 16 Schritte talwärts mitgerissen und die Westseite des Daches über das Haus hinaus geworfen, so daß das ganze Gebäude zusammengedrückt wurde. Die Kammer, in der die Schwestern Bibiane und Martha schliefen, fiel in den Stall auf das Vieh hinunter, wo die Mädchen in einem Hohlraum nur liegen oder zusammengebückt sitzen konnten und keinen Ausweg fanden.

Auch die Schwester Elisabeth und Theres, die in einer anderen Kammer schliefen, wurden so von Dielen und Brettern begraben, daß sie sich nicht mehr bewegen konnten. Im Nachbarhaus hörte die Frau des Philipp Beha nachts gegen 11 Uhr „ein Schausen“ wie wenn ein heftiger Windstoß kommt, und spürte, wie ihr Haus zitterte. Sie hielt sich aber nicht darüber auf, denn es war eine sehr stürmische Nacht. Um 4 Uhr stand sie auf, um das Morgenessen zu kochen, weil die beiden Söhne Uhrengestelle nach Urach tragen sollten. Als die Eheleute ihre Söhne nicht fanden, schauten sie zum Fenster hinaus, sahen aber vom Königenhof kein Fenster mehr und dachten, der Schnee habe sich so angehäuft, daß selbst die Fenster des zweiten Stockes nicht mehr zu sehen seien. Philipp Beha lief zum Hof hinüber, sah aber statt des Hauses nur einen Haufen Schnee und weckte daher seinen Hausmitbewohner Johann Löffler. Die Eheleute Beha und Johann Löffler gingen mit Licht und Laternen wieder zum Königenhof hinüber, und auf ihr Rufen, ob noch jemand lebe, gaben die Töchter zur Antwort:“ Wir vier leben noch.“ Sie baten, man möge sie herauslupfen, da sie nirgends hinaus wüßten.

Während Johann Löffler auf dem eine Viertelstunde entfernten Kajetanshof Hilfe holte, arbeitete sich Bibiane auf Zurufen von Frau Beha durch Schnee und Holz und fand gegen die Einfahrt oder gegen den Berg zu einem Ausweg ins Freie. Ihre Geschwister, die mit ihr in der gleichen Kammer schliefen, konnten gerettet werden, nachdem die ersten Helfer an der Unglücksstelle eintrafen.

Im Haus des Philipp Beha wurden die Geretteten mit Kleidern versorgt. Der Knecht des Kajetansbauern hatte um halb Sieben Uhr Bürgermeister Auber von dem Unglück benachrichtigt. Der Bürgermeister verständigte den Pfarrer. Nach und nach kamen immer mehr Leute.

Aber die Rettungsmaßnahmen wurden nicht nur durch den hohen Trümmerhaufen, indem das Gebälk kreuz und quer lag, erschwert, sondern auch durch einen Kälteeinbruch, der die nassen Schneemassen zu einem Eisberg erstarren ließ. Im Bauernhaus befanden sich neben den Fahrnissen 300 bis 400 Zentner Heu, ziemlich viel Stroh und sämtliche Früchte. Die Bergung der Toten nahm mehrere Tage in Anspruch.

Dem Lawinenunglück fielen zum Opfer:

1. Bauer Martin Tritschler, 60 Jahre

2. dessen Ehefrau, Wallburga geb. Heitzmann, 50 Jahre

3. deren Mutter Maria Faller von Urach, 70 Jahre

4. Lorenz Tritschler, 23 Jahre

5. Fidel Tritschler, 14 Jahre

6. Maria Tritschler, 19 Jahre

7. Magdalena Tritschler, 13 Jahre

8. der Hausmann Hilar Winterhalter, 30 Jahre

9. dessen Ehefrau Klara geb. Hofmeier, 28 Jahre

10. deren Kinder Wilhelmine, 5 Jahre, und

11. Balbina, 3 Jahre

12. Salomon Hofmeier, ein Jahr alt, alle aufgebahrt auf Brettern in der großen Hofkapelle

13. Philipp Beha, 20 Jahre, der noch lange gerufen hat, erst am Sonntagnachmittag, 3 Uhr lebend geborgen werden konnte, aber eine halbe Stunde später starb, aufgebahrt in seinem Elternhaus,

14. Theresia Tritschler, 15 Jahre alt, erlag ihren schweren Verletzungen am 27. Februar auf dem Jägerstieg, wohin man sie am Tage zuvor zu Verwandten gebracht hatte,

15. Katharina Hofmeier, Mutter von 12), Schwester zu 9), 21 Jahre alt, am 27. Februar, abends 7 Uhr, tot aus dem Schutt geborgen,

16. Blasius Beha, 23 Jahre alt, am 28. Februar abends tot in der Stube gefunden,

17. Thomas Tritschler, 18 Jahre, am 29 Februar abends tot aus der Stube geborgen.

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Die Toten des Königenhofs wurden mit 16 Schlitten auf den Friedhof überführt und in einem gemeinsamen Grab zur letzten Ruhe bestattet. Von den 24 Personen im Hause überlebten nur sieben das Unglück: die Töchter Elisabeth 22 Jahre, Bibiane, 21 Jahre, Martha 16 Jahre, die zehnjährigen Zwillingsbrüder Leo und Julius sowie Paul und Anton Winterhalter, 9 und 6 Jahre alt. Auf dem Hof waren 28 Stück Rindvieh und 2 Pferde vorhanden. Das Vieh lebte zwar zumeist noch beim Hervorziehen, mußte aber dann an Ort und Stelle von fünf Metzgern geschlachtet werden.

Dies mag den Eindruck des Grauenhaften noch verstärkt haben. Gerettet wurden 1 Pferd, 2 junge Stiere, 1 Kalbin, 2 Kälber, 4 Schafe, 4 Geißen. Das Bauernhaus war mit 3150 fl. In die Gebäudeversicherung aufgenommen, hätte aber kaum um den doppelten Betrag wiederaufgebaut werden können.

Das Unglück hätte sich nicht ereignet, wenn die steile Bergwand oberhalb des Hauses noch mit Holz bewachsen gewesen wäre. Um ähnliche Unglücksfälle zu vermeiden, wurde empfohlen, das neue Haus auf die Sommerseite zu bauen.

Die Katastrophe vom Wagnerstal fand ein weites Echo. In den Ämtern Triberg, Villingen und Neustadt wurden Kirchenkollektionen abgehalten. In Donaueschingen veranstaltete die Hofkapelle zugunsten der Waisen ein Wohltätigkeitskonzert. Der Großherzog gewährte am 08. März 1844 aus seiner Handkasse eine Unterstützung von 500 fl. Für die betroffenen Familien, und der Fürst von Fürstenberg spendete ebenfalls 500 fl. Der Oberwolflochbauer Andreas Bäuerle, der ebenfalls Schneedruckschaden erlitt, verzichtete aus „edler, menschenfreundlicher Gesinnung“ auf einen Spendenanteil. Zwei Monate nach dem Unglück schrieb Pfarrer Schilling:“Die Tritschlerschen älteren Kinder ziehen heimatlos umher“.

Der Gemeinderat und Stiftungsvorstand beschlossen am 21.Juli 1844, für die tödlich Verunglückten auf dem Friedhof ein Denkmal zu erstellen, das noch heute an die Opfer der Lawinenkatastrophe erinnert. Die Kosten von 150 fl. Wurde von den Kollektengeldern bezahlt, die aus dem ganzen Land gespendet wurden.

Die Pfleger von Martin Tritschlers erben – Georg Heintzmann von Bad Urach und Rößlewirt Anton Rombach – verkauften am 15.07.1844 an Paul Löffler, Kajetanshof:

1. Die von Holz erbaute Kapelle mit einem darauf gebauten Fruchtspeicher.

2. Die unterhalb dieser Kapelle befindliche kleine Bauernmühle,

3. Das Holz von dem zusammengestüzten Bauernhaus,

4. Folgende Flächen: 11,6 Morgen Ackerfeld, 14,6 Morgen Wiesen, 132,5 Morgen Weidfeld, 53,3 Morgen Waldung im hinteren Wagnerstal, für 8830fl.

Laut Kaufbrief von 1798 besitzt Johann Löffler ein halbes Häuslein auf dem Hof. Georg Hermann hat ein Beholzigungsrecht und Philipp Beha laut Kaufbrief von 1805 ein Weidrecht. Kajetansbauer Paul Löffler wollte den Königenhof wiederaufbauen.

Das Bauholz lag schon bereit, aber der frühe Tod Paul Löfflers hat das Bauvorhaben vereitelt. Das Lawinenunglück vom Königenhof hat noch lange die Gemüter bewegt. An der früheren Hofstätte ließ die Forstbehörde 1908 eine Gedenktafel anbringen."

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